Die Wallfahrt nach Maria Linden - ein Weg durch die Jahrhunderte

 

Der genaue Ursprung dieses christlichen Heiligtums, als Ort der Verehrung Mariens, ist unbekannt, genauso ungewiss ist die Herkunft des Marienbildes.

Schon im Jahr 1775 schreibt der Jesuit P. P. Schommartz in seinem „Ottersweyrer Gebetbuch“, dem ein „Bericht von der Wallfahrt zu Maria Linden“ angefügt ist, dass ihm keine schriftlichen Quellen vorliegen, die nähere Auskünfte geben. Bekannt ist zu diesem Zeitpunkt das Dokument, das den Bau der Kirche 1484 genehmigt und die Legende, die sich um die Entstehung der Wallfahrt rankt. Sie erzählt von einer wundersamen Auffindung des Gnadenbildes im Hohlraum einer Linde, das nach Zeiten von Krieg und Zerstörung, wieder zum Vorschein kam. Viele Menschen strömten herbei, so die alte Erzählung, um das Wunder zu sehen und um hier zu beten.

Somit besteht die Wallfahrtskirche seit mehr als 500 Jahren, der Ort selbst, als Marienheiligtum, reicht aber vermutlich noch viel tiefer in die Vergangenheit zurück, vielleicht in die Zeit der Christianisierung um 700/750 n.Chr..

 

Wie war das Marienbildnis, das durch alle Zeiten hindurch, die Menschen anzog, ursprünglich an diesen Ort gekommen? Seit wann hat es hier, vor dem Bau der Kirche, Verehrung erfahren? Welche Bedeutung kommt diesem Wallfahrtsort „bei den sieben Linden“, wie er um 1500 heißt, im Lauf der Geschichte zu?

 

Früher lag das Heiligtum auf freiem Feld, nahe beim Ort „Ottersweiler“, an einer alten Landstraße, die von Rastatt nach Ortenberg führt. Angesichts der heute viel befahrenen Bundesstraße und eines fast bis zur Kirchentüre reichenden Kreisels ist es kaum vorstellbar, dass, wie noch ...berichtet wird, nur ein unbefestigter Fussweg zu der zwischen den Bäumen verborgen liegenden Kirche führte.

 

Um das Gewohnte, die Wallfahrtskirche, wie wir sie heute kennen, einmal neu in den Blick zu nehmen, ist es auch hinsichtlich der Frage nach den Ursprüngen gut zu sehen, in welchem Netz von historischen Gegebenheiten dieser Ort „verborgen“ liegt und wir müssen auch hier „unbefestigte Wege“ beschreiten, um der Frage nach den Anfängen nachzugehen.

 

 

 

Zeittafel:

 

 

Unbefestigte Wege:

Der Ort im historischen Kontext

 

700 - 800      Das Netz der Klöster und die ersten Pfarreien

 

           Die Linden, der Brunnen und das Marienbild

 

1100 - 1300   Die Grafen von Eberstein, die Herren von Windeck

           und das Kloster Herrenalb

 

 

Gesicherte historische Pfade:

Die Geschichte der Wallfahrt

 

1400 - 1500   Der Bau der gotischen Kirche (1484)

 

1500 - 1600   Maria Linden in der Zeit der Reformation

 

1600 - 1800   Die Jesuiten in Ottersweier (1639 - 1774)

 

   Der Umbau der Kirche im Barock (1756)

 

   Aufklärung und Säkularisation (1780 - 1806)

 

1800 - 2000 Neubelebung der Wallfahrt

 

   1889 - 1911  Pfarrer Burkart

 

   1913 - 1935  Pfarrer Buttenmüller

 

   1936 - 1994  Eigene Betreuung der Wallfahrt:

   Die Kapuziner in Maria Linden

 

   ab 1994  Brüder vom gemeinsamen Leben

 

 

 

 

 

TEXTE: P. Ulrich Johannes, V. Marqués Berger

 

Quellen: P. P. Schommartz SJ, Gebets- und Wallfahrtsbuch (1775),  O. Buttenmüller, Maria Linden bei Ottersweier (1934)

                  P. A. Ehrenfried OFM Cap, Maria Linden bei Ottersweier (1974)

 

 

Geschichte der Wallfahrt