10. Sonntag im Jahreskreis/ 5. Juni  2016:

 

Die Auferweckung des jungen Mannes von Naim

 

"Als Jesus in die Nähe des Stadttors kam, trug man gerade einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie.

Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht!

Dann ging er zu der Bahre und fasste sie an. Die Träger blieben stehen, und er sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!" (Lk 7,12-14)

 

 

 

„Es gibt einen Konflikt, der im 19. Jh. scharf zum Ausdruck kommt, zwischen dem Glauben und der Naturwissenschaft. Man meinte damals, wenn Gott in die Naturgesetze eingreifen würde, dann wäre er ein Durcheinanderwerfer - ein Diabolos.

Aber dieses alte, deterministische Weltbild ist heute, im 21. Jh. lange schon abgelöst: die Naturwissenschaft weiß heute, dass wir nicht vorausberechnen können, was sich im Einzelnen ereignen wird, gerade in den kleinsten Bereichen des Seins, im Bereich der Atome. Es gibt nur noch statistische Wahrscheinlichkeiten. Wunder sind sozusagen wieder möglich geworden, weil man nicht mehr meint, voraussagen zu können, was sein wird. Die Herausforderung beginnt aber erst jetzt: Was haben die Totenerweckungen mit uns und unserem Leben zu tun?"

(P. Ulrich Johannes)