11. Sonntag im Jahreskreis/ 12. Juni  2016:

 

Die stadtbekannte Sünderin im Haus des Pharisäers Simon

 

"In jener Zeit ging Jesus in das Haus eines Pharisäers, der ihn zum Essen eingeladen hatte, und legte sich zu Tisch. Als nun eine Sünderin, die in der Stadt lebte, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers bei Tisch war, kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl und trat von hinten an ihn heran. Dabei weinte sie, und ihre Tränen fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit dem Öl.

Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, dachte er: Wenn er wirklich ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, von der er sich berühren lässt; er wüsste, dass sie eine Sünderin ist."

(Lk, 7,36-39)

 

 

 

„Simon, siehst du diese Frau?“ Dieses Wort muss auch uns mitten ins Herz treffen.

„Siehst du sie anders, als sie sonst immer gesehen wird, siehst du nicht nur ihr Äußeres, ihre Vergangenheit, sondern siehst du ihr Herz, ihr Gegenwärtig-Sein, jetzt vor mir? Simon, siehst du diese Frau? Siehst du die Sehnsucht ihres Herzens? (...) Wie sie hineinverbannt wird, auch von dir, in den Teufelskreis des Bösen?"

(...) Es ist am Ende ein Lehrstück der barmherzigen Liebe, das Jesus hier Simon dem Pharisäer erteilt.

(P. Markus Johannes)