Die Grafen von Eberstein, die Herren von Windeck

   und das Kloster Herrenalb

 

 

 

 

Das Feld, auf dem das Marienbild zuerst im Lindenbaum verehrt wurde und auf dem heute die Kirche steht, gehörte seit Mitte des 12. Jh. zu den Besitzungen des Klosters Herrenalb. Interessant erscheint in diesem Zusammenhang, dass somit eine enge Verbindung, vielleicht sogar der Einfluss der Zisterzienser-Mönche an diesem Ort gegeben war.

 

Die Grafen von Eberstein, deren erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1085 zu finden ist, hatten Grundbesitz in der Ortenau, so auch in Ottersweier. Es gibt  sogar Anhaltspunkte dafür, dass das Geschlecht der Ebersteiner ursprünglich in Ottersweier anzusiedeln ist.

 

1139 stifteten sie zunächst das Kloster Frauenalb.

1148 folgte die Stiftung des Klosters Herrenalb durch den Grafen Bertold und seine Frau Uta.

 

Zur Gründung des Klosters Herrenalb werden Liegenschaften in Ottersweier übergeben, die alle im östlichen Teil von Ottersweier liegen, im Oberfeld hin zur Hub, im Wylr und um die heutige Lindenkirche, wovon auch die Flurnamen Münchäcker, Münchsgrund, Münchhof und Münchmühl Zeugnis geben.

 

So liegt es nahe, anzunehmen, dass die Mönche von Herrenalb, die als Zisterzienser selbst eine ausgeprägte Marienverehrung pflegen, zu den Anfängen der Wallfahrt ihren Teil beigetragen haben und vermutlich eine gewisse Bedeutung für diesen Ort hatten, vielleicht auch für das Marienbild selbst, das ungefähr in die Zeit um 1360 datiert werden könnte.

 

Die Güter in Ottersweier blieben bis zur Auflösung des Klosters Herrenalb im Jahr 1550 im Besitz der Mönche, auch wenn die Herren von Windeck, die Lehnsleute der Ebersteiner waren, immer wieder versuchten, selbst Gewinn aus den herrenalbischen Gütern zu ziehen.

 

Noch im Jahr 1278 bestätigt Otto, Graf von Eberstein, dass „von den Gütern zu Ottersweier, die dem Kloster Herrenalb gehören und von ihm und seinen Vorgängern dem Kloster geschenkt wurden, nichts an andere abgegeben werden dürfe.“ (Oberrheinische Zeitschrift, Jg. 27 + 31).

 

Außerdem bezeugt ein Dokument von 1267 die Begehrlichkeiten der Windecker Herren, in dem Bruno von Windeck „zu Ehren unseres Herrn Jesu Christi und seiner Mutter“ die herrenalbischen Güter zu Ottersweier von aller Dienstbarkeit befreit, welche er und sein Vater bisher beanspruchten“ und für den entstandenen Schaden die Mönche um Verzeihung und um ihr Gebet bittet.

Dies zeigt die enge Verwobenheit des Klosters Herrenalb mit ihrem Besitz in Ottersweier.

Es ist außerdem bemerkenswert, dass das Kloster ebenso Güter in Bickesheim, am zweiten wichtigen Wallfahrtsort der Umgebung, durch die Grafen von Eberstein erhalten hat.

 

Das Kloster Herrenalb hatte möglicherweise eine eigene Bauhütte, deren Steinmetze evtl. in der Gegend tätig waren. Es ist naheliegend, zu vermuten, dass die Mönche von Herrenalb in Verbindung mit den Markgrafen von Baden, welchen ihr Kloster ab 1289 unterstellt war und die auch in der Zeit unter württembergischem Schirm ihren Einfluss zu wahren suchten, am Bau der ersten Kirche von Maria Linden beteiligt waren.

 

Auch die Benediktiner-Mönche von Schwarzach könnten anfänglich den Ort unterstützt haben, da erst nach dem Bau der Kirche im Jahr 1497 ein eigener Kaplan für die Lindenkirche bestellt wurde.

vmb

 

 

 

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