1484    Der Bau der Kirche

 

 

Das einzige Dokument, das bezeugt, dass die Wallfahrt nach Maria Linden schon im 15. Jahrhundert bestanden haben muss, ist das Gesuch der umliegenden Gemeinden an den Bischof Albrecht von Straßburg (1478-1506), an diesem Ort, an dem viele Wunder bezeugt werden, eine Kirche bauen zu dürfen:

 

"... in quo loco eadem Dei Genitrix Virgo Maria variis dicitur coruscare miraculis." (Urkunde vom 10. Juli 1484)

 

(...wo die Gottesgebärerin, die Jungfrau Maria, wie gesagt wird, sich durch verschiedene Wunder offenbart hat.)

 

Der Bischof stimmt dem Bau 1484 zu und 1497 existiert die neue Kirche bereits, wie ein anderes Schreiben bestätigt. Von dieser gotischen Kirche ist heute noch der Chor mit seinen Spitzbögen, dem Netzgewölbe im Innern und den Glasfenstern erhalten. Eines der alten Glasfenster mit dem Marienbildnis ist heute noch in der Pfarrkirche erhalten.

Ebenso stammt aus dieser Zeit die kleine Seitenkapelle auf der Südseite, in der heute die Kerzenkapelle zu finden ist.

 

Auffällig an dieser ist heute immer noch eine Fensteröffnung nach Osten, die auf einen Raum hindeutet, der für die liturgische Feier erbaut wurde. P. Schommartz kennt im Jahr 1775 noch einen Altartisch mit Altarstein und einem offenen Sepulchrum, wovon heute jedoch nichts mehr zu sehen ist. Welchem Heiligen diese Kapelle geweiht war, ist nicht mehr auszumachen.

Schommartz mutmaßt, ob hier der ursprüngliche Ort gewesen sein könnte, wo die erste Kapelle aus Holz stand, so dass die kleine Seitenkapelle aus gotischer Zeit die erste Kapelle ersetzt haben könnte. Das Gnadenbild hat in der neu erbauten Kirche sicherlich immer seinen Platz im Hochaltar gehabt.

 

Betrachtet man die Kirche von außen, so fällt auf, dass die Kirche nur ein kleines gotisches Türmchen besitzt, auch ein Zeuge der ersten Kirche. In seiner Schmucklosigkeit und bescheidenen Größe weist es ebenso auf eine Verbindung zu den zisterziensischen Mönchen hin, die für ihre Klosterkirchen genau diese Form des Turmes gewählt haben, wie man heute noch an der Klosterruine in Hirsau sehen kann.

 

Die Wappen im Chorraum sind dem Bischof von Straßburg zuzuordnen.

vmb

 

 

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1400 - 1500