18. März 2018 - 5. Sonntag der Fastenzeit

 

Das Sterben Jesu ist ein gelebtes Vater-Unser

 

„Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht auf die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. (...) Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen.

Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen.“ (Evangelium nach Johannes vom 5.Sonntag der Fastenzeit)

 

In diese wenigen Worte ist das ganze Leiden Jesu hineinverdichtet, die Not und die Erschütterung am Ölberg, das Nicht-Erkanntwerden von den Eigenen, aber auch das physische Leiden bis in die letzte Faser seines Leibes hinein. Diese wenigen Verse enthalten aber auch das ganze Vater-Unser, das Jesus nicht nur mit den Lippen betet. Das ganze Leben und das ganze Sterben ist wie ein dargelegtes Vater-Unser. Das Ja zum Vater muss in jedem Augenblick des Leidens aktualisiert werden, damit aus dem Weizenkorn, das stirbt, neues Leben entsteht. Und wenn wir so ein Weizenkorn werden, kann der Hunger der Welt durch unsere liebende Existenz gestillt werden.

 (P. Markus Johannes)