„Unsere Berufung ist der Himmel“  (Fotos und Text: H. Seiler)

 

Patrozinium und Hochfest Mariä Himmelfahrt in „Maria Linden“ einte 1000 Teilnehmern

Mit festlichen Gottesdiensten, jubilierenden Orgel- und Vokalklängen oder den Lobpreis vermittelnden Marienliedern wurde an der Wallfahrtskirche Maria Linden das Kirchweihfest und Patrozinium am Hochfest „Mariä Aufnahme in den Himmel“, das älteste Marienfest, gefeiert. Zirka 1000 Marienpilger, nahmen an den Feierlichkeiten teil. Die Kräuterweihe und Segnung der „Wihennesträuße“ („Kräuterbüschel“), bereits seit dem zehnten Jahrhundert überliefertes und liebgewordenes Brauchtum, dies war für Gläubige aller Altersstufen, darunter auch zahlreiche Kinder und Jugendliche, ein mit Spannung erwarteter Höhepunkt. Eifrige kamen bereits am Vorabend des Hochfestes. Die Ordenskongregation der „Brüder vom gemeinsamen Leben“ (Augustiner Chorherren) – diese sind als die Nachfolger des Kapuzinerordens seit 1994 in „Maria Linden“ beheimatet – hatten dort zur Vorabendmesse mit Aussetzung des Allerheiligsten, Prozession zum alten Friedhof Marienweihe sowie zur nächtlichen Anbetung eingeladen. Ein farbenfrohes Ereignis am Hauptfest und Festtagseinstimmung vor dem Marienamt, das war dann die Kräutersegnung. Pater Ulrich Johannes Alex zog mit Konzelebrant Pfarrer Innocent Quibo aus Nigeria sowie unter Ministrantengeleit, allesamt mit Wihennesträußchen in Händen, von der Wallfahrtskirche durch das große Wallfahrerspalier zur „Madonna der Straße“ (kleine Kapelle neben der Kirche) um dort die Weihe- und Segensgebete zu sprechen. Zu Beginn unterhielt sich Pater Ulrich mit Kindern und Jugendlichen, die fröhlich und unbekümmert über den Brauch „Kräuterweihe“ ihr Wissen preisgaben. Der Geistliche segnete sodann die vielen hundert, liebevoll gestalteten Sträußchen oder umfangreichen Wihenne-Gebinde. Gestandene Pilger sahen es mit Freude, wie Kinder ihre selbstgefertigten Sträußchen spontan an „Wihenne-Bedürftige“ verschenkten. In herrlichem Blumenschmuck und gestaltet von Karin Fischer und Clara Nguyen, erstrahlte die dem Schutz der Gottesmutter geweihte Wallfahrtskirche. Im Mittelpunkt der Festmesse, musikalisch gestaltet von Kantor Johannes Schmerbeck und Organist Marc Stengel, standen der motivierende Marienlobpreis sowie die Trost und Zuversicht im Glauben vermittelnden Impulse durch Festprediger Pater Ulrich. Die thematisierte Kernaussage: „Unsere Berufung ist der Himmel. Was an Maria verwirklicht wurde, soll sich auch an uns verwirklichen.“ Pater Ulrich verdeutlichte darin vehement: „Den Himmel den Spatzen überlassen, wie Brecht es einmal zu formulieren gedachte, das kommt für uns nicht in Frage. Wir dürfen indes die uns anvertraute Erde nicht ausbeuten und zerstören, als Folge dessen, dass wir alles auskosten wollen.“ Besondere Aufmerksamkeit der gut 400 Teilnehmer am Marienamt fand Pater Ulrich sodann für seine interessante Fragestellung: „Wie komme ich in den Himmel?“ Seine teilweise emotionalen Wegweisungen hierzu lauteten: „Indem ich Jesu suche und die geistliche Kultur pflege; mich durch den Herrn neu ausrichten lasse und Zeit habe für Gebet, Lobpreis, Dank,r die aufrichtige Beichte und Nächstenliebe.“ Er betonte: „Haben wir als Ziel, an den Herrn glauben und ihm Vertrauen, dass wir einen Anteil an seiner Auferstehung haben. Unser Blick zum Himmel ist  eine gute Blickrichtung“, motivierte Pater Ulrich abschließend. Die feierliche Vesper am Nachmittag sowie Festmesse am Abend, musikalisch ausgestaltet vom Kirchenchor von St. Johannes unter der Leitung von Chorleiter und Organist Harald Volz, waren des Weiteren Festtagsereignisse, die von sehr guten Besuch gekennzeichnet waren.

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